Begleitetes Fahren in der Schweiz ist ein bewährtes Konzept, um junge Fahrer gezielt und sicher an den Strassenverkehr heranzuführen. Wer den Lernfahrausweis besitzt, darf bereits ab dem Alter von 17 Jahren unter Aufsicht einer geeigneten Begleitperson praktische Fahrerfahrung sammeln. Diese Phase ist mehr als nur eine Übergangszeit bis zur Führerprüfung – sie bietet die Möglichkeit, Routine zu entwickeln, Selbstvertrauen aufzubauen und verschiedene Verkehrssituationen stressfrei kennenzulernen.
Doch wie genau funktioniert begleitetes Fahren in der Schweiz? Welche gesetzlichen Vorgaben gelten für Lernende und Begleitpersonen? Und worauf sollte man besonders achten, um das volle Potenzial dieser Lernphase auszuschöpfen?
In diesem Beitrag erhalten Sie einen umfassenden Überblick: Wir erklären, was begleitetes Fahren konkret bedeutet, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, wie Sie sich optimal vorbereiten – und warum diese Erfahrung ein zentraler Erfolgsfaktor für sicheres, verantwortungsvolles Fahren ist.
Was bedeutet begleitetes Fahren in der Schweiz?
Begleitetes Fahren ist in der Schweiz ein zentraler Bestandteil der modernen Fahrausbildung und dient dazu, junge Fahranfänger möglichst früh mit dem realen Strassenverkehr vertraut zu machen. Wer den Lernfahrausweis besitzt darf unter Einhaltung bestimmter Regeln mit einer Begleitperson Fahrpraxis sammeln. Diese Phase findet vor der praktischen Führerprüfung statt und verfolgt das Ziel, Sicherheit durch Erfahrung zu schaffen.
Wichtig zu wissen: Begleitetes Fahren ersetzt keine Fahrstunden bei einer professionellen Fahrschule, sondern ergänzt diese sinnvoll. Während Fahrlehrer den Fokus auf prüfungsrelevante Inhalte und korrektes Verhalten legen, bietet das begleitete Fahren zusätzliche Übungsmöglichkeiten in Alltagssituationen – sei es auf der Autobahn, im Stadtverkehr oder bei schwierigen Wetterbedingungen.
Die Schweiz setzt dabei bewusst auf das Prinzip „Lernen durch Erfahrung“. Zahlreiche Studien belegen, dass junge Menschen, die vor der Prüfung umfangreiche Fahrpraxis sammeln, später sicherer, vorausschauender und selbstbewusster am Steuer agieren. Damit leistet das begleitete Fahren einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit.
Voraussetzungen für begleitetes Fahren
Damit das begleitete Fahren in der Schweiz rechtskonform und sicher ablaufen kann, müssen sowohl die Begleitperson als auch das verwendete Fahrzeug bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Nicht jede Person ist automatisch berechtigt, eine Lernfahrerin oder einen Lernfahrer zu begleiten. Laut dem Bundesamt für Strassen (ASTRA) gelten klare Vorgaben: Die Begleitperson muss mindestens 23 Jahre alt sein und den Führerausweis der Kategorie B seit mindestens drei Jahren besitzen. Wichtig ist ausserdem, dass sich die Begleitperson nicht mehr in der Probezeit befindet.
Ein weiterer zentraler Punkt betrifft den Alkoholkonsum: Für Begleitpersonen gilt ein absolutes Alkoholverbot. Der Blutalkoholgehalt muss bei 0,0 Promille liegen. Diese Regel dient der Sicherheit, da Begleitpersonen jederzeit eingreifen oder mit klarem Kopf reagieren können müssen.
Auch das Fahrzeug, das bei Lernfahrten verwendet wird, unterliegt bestimmten Anforderungen. Es muss mit einem gut sichtbaren, blauen „L“-Schild auf der Rückseite gekennzeichnet sein, das signalisiert, dass sich ein Lernfahrer am Steuer befindet. Zudem ist sicherzustellen, dass das Fahrzeug ordnungsgemäss versichert ist. Nicht jede Haftpflichtversicherung deckt automatisch das begleitete Fahren ab, weshalb es ratsam ist, vorab mit dem Versicherer Rücksprache zu halten. So lassen sich unangenehme Überraschungen im Falle eines Zwischenfalls vermeiden.
Warum ist begleitetes Fahren sinnvoll?
Begleitetes Fahren bringt viele Vorteile – nicht nur für die Lernenden, sondern auch für das allgemeine Sicherheitsniveau auf Schweizer Strassen. Studien zeigen: Je mehr Erfahrung Fahranfänger vor der praktischen Prüfung sammeln, desto geringer ist später das Unfallrisiko.
Die Lernphase mit einer Begleitperson erlaubt es, in unterschiedlichsten Verkehrssituationen Routine zu entwickeln – vom dichten Stadtverkehr über Autobahnfahrten bis hin zu Nachtfahrten oder schwierigen Wetterbedingungen. Auch wenn anfangs nicht alles perfekt läuft: Begleitetes Fahren nimmt den Druck und schafft Sicherheit durch Wiederholung.
Tipps für eine erfolgreiche Lernphase
Damit das begleitete fahren zum Erfolg wird, sollten Sie einige Tipps befolgen. Dies dient Ihrer Sicherheit als Fahrer oder Begleitperson sowie der Sicherheit aller weitere Verkehrsteilnehmer. Weiterhin können diese Tipps Ihnen helfen, Sicherheit und Selbstvertrauen bei dem lernenden Fahrer aufzubauen.
Strukturierte Planung
Legen Sie gemeinsam mit der Begleitperson Etappenziele fest: z. B. erste Fahrten auf wenig befahrenen Strassen, später Kreisverkehr, Autobahn oder Parkieren. So wird das Lernen überschaubar und motivierend.
Geduld und Gelassenheit
Fehler gehören zum Lernprozess. Wichtig ist, dass Begleitpersonen nicht emotional reagieren, sondern konstruktives Feedback geben. Auch positives Bestärken wirkt oft mehr als Korrektur.
Fahrzeiten dokumentieren
Viele Fahrlehrer empfehlen, ein Lernfahrten-Protokoll zu führen – das hilft, den Überblick zu behalten und Fortschritte sichtbar zu machen. Denn ein sichtbarer Fortschritt schenkt Selbstsicherheit im Strassenverkehr und hilft dabei, motiviert zu bleiben.
Die wichtigsten Antworten im Überblick
Wer in der Schweiz begleitetes Fahren in Anspruch nehmen möchte, stellt sich oft die Frage, wie lange diese Phase eigentlich dauern darf. Grundsätzlich dürfen Lernfahrten ab dem Tag durchgeführt werden, an dem der Lernfahrausweis ausgestellt wurde. Besonders relevant ist dabei die Regelung für junge Fahrer: Wer den Lernfahrausweis vor dem 20. Geburtstag beantragt, muss mindestens zwölf Monate Fahrpraxis sammeln, bevor er oder sie zur praktischen Führerprüfung zugelassen wird. Diese Regel soll sicherstellen, dass genügend Erfahrung im realen Strassenverkehr gesammelt wird.
Häufig herrscht auch Unsicherheit darüber, ob immer dieselbe Person die Lernfahrten begleiten muss. Die Antwort lautet: Nein. Es dürfen mehrere Begleitpersonen eingesetzt werden – vorausgesetzt, sie erfüllen alle gesetzlichen Voraussetzungen. In der Praxis kann es sogar hilfreich sein, mit verschiedenen Personen zu fahren. So lernen die Fahranfänger, sich auf unterschiedliche Kommunikationsstile einzustellen und profitieren von vielfältigen Erfahrungen und Einschätzungen.
Begleitetes Fahren als Chance nutzen
Begleitetes Fahren in der Schweiz ist weit mehr als nur eine gesetzlich erlaubte Lernphase – es ist eine wertvolle Möglichkeit, schrittweise und ohne Prüfungsdruck den Umgang mit dem Fahrzeug und den Herausforderungen des Strassenverkehrs zu erlernen. Wer die Chance nutzt, in unterschiedlichen Verkehrssituationen mit einer erfahrenen Begleitperson zu üben, legt das Fundament für ein selbstbewusstes, verantwortungsvolles und sicheres Fahrverhalten.
Neben dem Aufbau von Fahrpraxis stärkt begleitetes Fahren auch die mentale Vorbereitung auf die Führerprüfung. Die Sicherheit wächst mit jeder Fahrt, die Routine wird grösser, und auch ungewohnte oder stressige Situationen verlieren an Schrecken. Wer diese Zeit bewusst nutzt, reduziert nicht nur die Anzahl notwendiger Fahrstunden, sondern erhöht auch die Erfolgschancen bei der praktischen Prüfung.
Trotz aller Vorbereitung kann natürlich auch bei Lernfahrten einmal etwas schieflaufen – sei es durch eine Panne, einen technischen Defekt oder eine kleine Unachtsamkeit. Der Abschleppdienst Zürich steht Ihnen rund um die Uhr zur Seite, damit Ihre Lernfahrt nicht zum Stressmoment wird.