Suchen Wild- und Haustiere nach einem warmen Unterschlupf landen sie nicht selten an einem Ort, der zwar vermeintlich sicher erscheint, in Wahrheit aber grosse Gefahren birgt. Tiere in der Motorhaube sind längst kein seltenes Phänomen.
Vor allem Marder, aber auch Katzen, Siebenschläfer oder Mäuse fühlen sich im Motorraum wohl. Der noch warme Motor bietet ihnen Schutz vor Kälte, Feuchtigkeit und Feinden – doch das Versteck kann schnell zur tödlichen Falle werden. Für Autobesitzer bedeutet das nicht nur ein unangenehmes Erlebnis, sondern mitunter auch hohe Reparaturkosten, denn zerkaute Kabel, beschädigte Isolierungen oder verrutschte Bauteile sind typische Folgen solcher tierischen Besuche.
Hinzu kommt: Viele Halter bemerken den tierischen Untermieter gar nicht sofort. Erst wenn beim Starten seltsame Geräusche auftreten, Kontrollleuchten aufblinken oder im schlimmsten Fall der Wagen streikt, wird klar, dass etwas nicht stimmt. Wer hier falsch reagiert – etwa den Motor dennoch startet oder versucht, das Tier eigenhändig zu vertreiben – riskiert nicht nur Sachschäden, sondern gefährdet auch das Tierleben.
Doch keine Sorge: Mit ein wenig Wissen und Aufmerksamkeit lassen sich Tiere in der Motorhaube frühzeitig erkennen und wirksam fernhalten. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, worauf Sie achten sollten, wie Sie im Ernstfall richtig handeln und mit welchen vorbeugenden Massnahmen Sie sowohl Ihr Fahrzeug als auch die Tiere schützen können.
Warum verstecken sich Tiere in der Motorhaube?
Gerade in der kalten Jahreszeit suchen viele Tiere nach einem geschützten Ort, an dem sie sich vor Kälte, Nässe, Lärm oder natürlichen Feinden zurückziehen können. Der Motorraum eines Autos bietet hierfür ideale Bedingungen: Wärme, Schutz und Ruhe – alles an einem Platz.
Nach einer Fahrt ist der Motor noch angenehm warm, was ihn besonders für kleine Tiere wie Marder, Katzen, Mäuse oder Siebenschläfer attraktiv macht. Gleichzeitig bietet der enge Raum Sicherheit vor Greifvögeln oder anderen Beutegreifern – und in der meist stillen Umgebung eines geparkten Fahrzeugs finden sie auch die nötige Ruhe.
Während Katzen sich gerne auf den Reifen oder direkt im Motorraum zusammenrollen und dort schlafen, geht es Mardern oft weniger friedlich zu. Sie nutzen die Gelegenheit, um Schläuche, Dämmmaterialien oder Zündkabel anzuknabbern. Die Folgen reichen von kleinen Störungen bis hin zu ernsthaften Motorschäden, die teure Reparaturen nach sich ziehen können.
Die vermeintliche Idylle für das Tier wird damit schnell zur Gefahr – für das Tier selbst ebenso wie für das Fahrzeug. Umso wichtiger ist es, sich dieses Phänomens bewusst zu sein und aufmerksam auf entsprechende Anzeichen zu achten.
Mögliche Schäden durch Tiere im Motorraum
Sind Tiere in der Motorhaube ist das nicht nur für die Tiere selbst gefährlich – auch für das Fahrzeug kann er erhebliche Konsequenzen haben. Besonders Marder sorgen jedes Jahr für tausende Schäden an Autos.
Typisch sind zerbissene Kabel und Schläuche, die besonders gern von Mardern attackiert werden. Dabei können nicht nur elektronische Systeme gestört, sondern auch sicherheitsrelevante Funktionen wie die Brems- oder Kühlanlage beeinträchtigt werden. Hinzu kommen häufig beschädigte Isolierungen, die durch Anknabbern oder Nistmaterial in Mitleidenschaft gezogen werden.
Ein weiteres Problem stellen Verunreinigungen durch Kot oder Urin dar – neben dem unangenehmen Geruch kann dies auch zu Korrosion und hygienischen Problemen führen. Zudem kommt es durch die Bewegung im engen Raum oder das Klettern auf das Auto nicht selten zu Kratzern an Lack und Innenraumverkleidungen, insbesondere wenn Tiere panisch versuchen, aus dem Fahrzeug zu entkommen.
Wer also Anzeichen für tierische Aktivitäten rund ums Auto bemerkt, sollte nicht zögern zu handeln. Erfahren Sie in diesem Blogbeitrag ausserdem nützliche Tipps zur Fahrzeugwartung.
So erkennen Sie, ob sich Tiere in der Motorhaube befinden
Nicht immer bemerkt man sofort, dass sich ein Tier im Fahrzeug versteckt. Achten Sie auf Tiergeräusche beim Starten oder Fahren, Tierhaare oder Pfotenabdrücke auf Motorhaube oder Windschutzscheibe, Auffälliger Geruch (z. B. Urin), Kabelfetzen oder Isolationsreste auf dem Boden oder Fehlermeldungen im Bordcomputer. Sollten Sie solche Hinweise entdecken, handeln Sie umsichtig und starten Sie den Motor nicht sofort! Befolgen Sie stattdessen diese fünf Schritte:
Nicht starten!
Starten Sie das Fahrzeug keinesfalls, solange Sie vermuten, dass ein Tier im Motorraum ist – Lebensgefahr!
Motorhaube vorsichtig öffnen
Warten Sie, bis der Motor abgekühlt ist. Öffnen Sie dann langsam die Haube, um das Tier nicht zu erschrecken.
Sichtprüfung
Leuchten Sie mit einer Taschenlampe in die Ecken. Finden Sie das Tier, ziehen Sie sich zurück und geben ihm einen Fluchtweg.
Nicht selbst herausziehen
Versuchen Sie keinesfalls, das Tier zu greifen oder zu vertreiben – das kann gefährlich sein.
Tierschutz oder Fachleute verständigen
Kontaktieren Sie den örtlichen Tierschutzverein, die Wildtierhilfe oder im Notfall die Feuerwehr.
Was tun bei bereits entstandenem Schaden?
Wenn Sie den Verdacht haben, dass sich ein Tier in Ihrem Fahrzeug aufgehalten hat und möglicherweise Schaden entstanden ist, sollten Sie umsichtig und besonnen handeln. Das Wichtigste: Bewegen Sie das Fahrzeug nicht, bevor es überprüft wurde. Selbst scheinbar kleine Beschädigungen – etwa an Kühl- oder Zündleitungen – können beim Starten zu schwerwiegenden technischen Problemen führen oder die Fahrsicherheit gefährden.
Stattdessen sollten Sie umgehend eine Fachwerkstatt kontaktieren, die das Fahrzeug professionell inspizieren kann. Häufig lassen sich Spuren wie Bissstellen, herausgerissene Dämmmaterialien oder Tierhaare im Motorraum nachweisen.
Informieren Sie anschliessend Ihre Versicherung. Viele Teilkaskoversicherungen übernehmen Marderschäden – allerdings nicht immer in vollem Umfang. Häufig sind nur direkte Schäden gedeckt, während Folgeschäden separat geregelt sind oder sogar ausgeschlossen sein können. Prüfen Sie daher im Vorfeld Ihre Versicherungsbedingungen oder lassen Sie sich direkt vom Anbieter beraten.
Mit einem kühlen Kopf, schneller Reaktion und professioneller Unterstützung lassen sich grössere Schäden in vielen Fällen vermeiden oder zumindest absichern.
Fazit: Aufmerksamkeit schützt Tier und Technik
Dass sich Tiere in der Motorhaube verstecken, ist längst kein seltenes oder rein ländliches Phänomen mehr. Auch in urbanen Räumen wie Zürich, Basel oder Bern kommt es regelmässig vor, dass Wildtiere oder streunende Katzen in Fahrzeugen Schutz suchen. Was für die Tiere eine scheinbar sichere Zuflucht ist, kann für Tier, Mensch und Maschine zu einem riskanten Zwischenfall werden.
Umso wichtiger ist es, mit offenen Augen und einem wachsamen Blick Leben zu gehen. Wer regelmässig unter die Motorhaube schaut, auf Spuren achtet und einfache vorbeugende Massnahmen trifft, schützt nicht nur sein Fahrzeug vor teuren Schäden, sondern bewahrt im besten Fall auch ein Tier vor schweren Verletzungen oder dem Tod.
Sollten Sie dennoch einmal ein Tier im Motorraum vermuten oder einen Schaden entdecken, kontaktieren Sie den Abschleppdienst Zürich.